Wann beißen Fische am besten? Die beste Uhrzeit nach Fischart

Frag fünf Angler, wann Fische am besten beißen, und die meisten sagen: morgens und abends. Für viele Räuber in warmem Wasser stimmt das oft. Eine Regel für alle Fische ist es aber nicht. Hecht und Barsch jagen am Tag, Karpfen und Wels zieht es im Sommer in die Nacht. Kaltes Wasser macht den Tag beim Hecht gleichmäßiger, Barsche zeigen dann schärfere Spitzen. Die beste Uhrzeit hängt also von der Fischart und der Wassertemperatur ab. Hier siehst du, was die Studien für jede Art zeigen.
Beißen Fische wirklich morgens und abends am besten?
Oft ja, doch die Belege sind dünner, als die Regel klingt. Eine große Übersicht zu den Tagesrhythmen von Fischen fand, dass die meisten Arten eine innere Uhr haben, viele aber zwischen Tag- und Nachtaktivität wechseln. Ob sie tags oder nachts aktiv sind, hängt von Licht, Temperatur, Gefahr und Futter ab (Reebs, 2002). Die meisten Studien messen Bewegung oder Mageninhalt. Nur wenige zählen Fänge nach Tageszeit. Eine der größten umfasst 13 Jahre Walleye-Angeln an einem See in Wisconsin (Shaw und Kollegen, 2021).

Dort waren die Abendtouren am erfolgreichsten. Abends fingen 74 Prozent der Touren mindestens einen Walleye, morgens 71 und tagsüber 61 Prozent. Das Modell der Forscher, das auch Guide, Köder und Wetter berücksichtigt, kommt auf dieselbe Reihenfolge. Das passt zum Walleye, einem Jäger des schwachen Lichts. Zwei Einschränkungen: Es ist ein See und eine Art, und nachts ist das Angeln dort verboten. Abends heißt also die Zeit vor der Dunkelheit. Ein Guide oder lebender Köder machte mehr aus als die Tageszeit.
Wann beißen Hecht und Barsch?
Der Hecht jagt am Tag. In einem dänischen See wurden markierte Hechte vom Spätsommer bis in den Winter verfolgt, und in jeder Phase waren sie tagsüber aktiver als nachts (Baktoft und Kollegen, 2012). In einem kleinen See in Brandenburg hatten Hechte im Sommer Spitzen in der Morgen- und Abenddämmerung, im Winter waren diese Spitzen weg (Kobler und Kollegen, 2008). Angler fingen dort in der Abenddämmerung mehr Hechte (Kuparinen und Kollegen, 2010). Die Nacht ist die schwache Zeit. In einem kanadischen See bewegten sich Hechte nach Einbruch der Dunkelheit kaum (Diana, 1980).
Auch der Barsch ist ein Tagfisch. In einem dänischen See waren große Barsche das ganze Jahr tagsüber aktiv. Von Oktober bis April hatten sie deutliche Spitzen morgens und abends oder um die Mittagszeit. Im Sommer verlief der Tag gleichmäßiger, und in wärmerem Wasser wurden sie auch nachts etwas aktiver (Jacobsen und Kollegen, 2002).

Wann beißt der Zander: Dämmerung oder Nacht?
Zander und Walleye sind Spezialisten für schwaches Licht. In der tschechischen Elbe hielten sich markierte Zander tagsüber in der Tiefe auf, zogen in der Dämmerung flacher und standen nachts im Flachwasser. Am meisten bewegten sie sich in der Dämmerung, am wenigsten nachts (Horký und Kollegen, 2008). In einem trüben Stausee in Dänemark waren sie von 18 bis 24 Uhr am aktivsten (Jepsen und Kollegen, 1999). Beim Walleye gingen die meisten Fische kurz nach der Abenddämmerung ins Netz (Kelso, 1978). Plane also die Dämmerung und die ersten Stunden der Dunkelheit ein. Was mitten in der Nacht passiert, ist weniger sicher.
Wann beißen Karpfen, Wels und Brassen?
Karpfen und Wels zieht es im Sommer in die Nacht. Karpfen in einem See in Minnesota fraßen vor allem nachts (Bajer und Kollegen, 2010). An Futterplätzen tauchten sie von der Abenddämmerung bis in den Morgen auf, bei vollem Tageslicht kaum (Hundt und Kollegen, 2022). Eine Telemetriestudie aus einem spanischen Stausee schränkt das ein. Dort bewegten sich Karpfen in der warmen Jahreszeit nachts weniger, und von Dezember bis April hatten sie fast keinen Tagesrhythmus (Benito und Kollegen, 2015). Welse in einem schwedischen See waren im Sommer und Spätherbst vor allem nachts aktiv und kamen in der Dämmerung nach oben (Bergström und Kollegen, 2024). In einem tschechischen Fluss waren sie im Sommer rund um die Uhr aktiv. Im Herbst waren sie in der Abenddämmerung am aktivsten und im Winter ruhig, mit kleinen Spitzen am Tag (Slavík und Kollegen, 2007).
Brassen und Rotaugen fressen im Sommer vor allem tagsüber (Vašek und Kubečka, 2004), und in Netzen landen die meisten um Sonnenuntergang und Sonnenaufgang (Prchalová und Kollegen, 2010). Kühlt das Wasser von 20 auf 10 °C ab, verlegen Rotaugen ihr Fressen vom Tag in die Dämmerung (Hautala, 2008).

Und die Forelle?
Bachforellen waren in einem belgischen Bach in jeder Jahreszeit in der Abenddämmerung am aktivsten, im Herbst und Winter noch deutlicher als im Sommer (Ovidio und Kollegen, 2002). In zwei Bächen in Wyoming waren sie im Sommer in der Dämmerung und nachts aktiver als am Tag (Young, 1999). Zu Forellen in Seen gibt es weniger Daten.
Wie verändert die Wassertemperatur die beste Uhrzeit?
Die Wassertemperatur verändert den Tagesablauf, und jede Art reagiert anders. Warmes Wasser schiebt manche Arten in die Nacht, etwa Karpfen und Wels. Bei manchen macht kaltes Wasser den Tag gleichmäßiger. Hechte verlieren im Winter ihre Spitzen am Morgen und Abend (Kobler und Kollegen, 2008). Karpfen haben von Dezember bis April kaum einen Tagesrhythmus (Benito und Kollegen, 2015). Barsche machen es umgekehrt und zeigen ihre deutlichsten Spitzen in den kalten Monaten (Jacobsen und Kollegen, 2002). Die Grafik fasst zusammen, was die Studien für sechs häufige Arten gefunden haben.

Lies sie als Hinweis darauf, wann Fische sich bewegen und fressen, nicht als Zahl der Bisse. Alle diese Studien haben markierte Fische verfolgt. Wo sich Studien widersprechen, wie beim Karpfen in der Nacht, folgt die Grafik den Fressstudien. Beim Wels im Sommer folgt sie dem schwedischen See, und für Zander im Winter gibt es keine klaren Daten.
- Hecht: Tagfisch. Im Sommer Morgen und Abend, in kaltem Wasser der ganze Tag.
- Barsch: Tagfisch. Die deutlichsten Spitzen von Oktober bis April, morgens, abends oder mittags.
- Zander: Abenddämmerung und die ersten Stunden der Dunkelheit.
- Karpfen: im Sommer von der Abenddämmerung bis in den Morgen, im Winter kein klares Muster.
- Wels: im Sommer nachts und in der Dämmerung, im Winter ruhig.
- Bachforelle: Abenddämmerung, in jeder Jahreszeit.
Lohnt sich Angeln am Mittag?
Für viele Fische schon. Hecht und Barsch jagen am Tag, und in kaltem Wasser lohnt sich für sie auch der Mittag. Schwach ist der Mittag vor allem für Zander in klarem Wasser und im Sommer für Karpfen und Wels.

Helfen Beißzeiten-Tabellen und der Mond?
Verlässlich nicht. In einer Studie zum Forellenangeln in Nordamerika sagten verbreitete Solunar-Tabellen die Fangraten nicht voraus, die Lufttemperatur lag besser (Quigley und Kollegen, 2023). In den Walleye-Daten aus Wisconsin waren die Mondeffekte sehr klein (Shaw und Kollegen, 2021). Deshalb rechnet klewa mit dem echten Sonnenauf- und -untergang an deinem Platz, nicht mit Mondtabellen. Die Mondphase zählt nur beim Hecht, und auch da nur wenig: höchstens 3 %.
Wie findest du heute die besten Stunden an deinem Gewässer?
Prüf drei Dinge: die Fischart, die Wassertemperatur und das Licht. Das übernimmt klewa. Wähl einen Platz und einen Fisch, dann bewertet die Prognose die nächsten 24 Stunden nach Sonnenauf- und -untergang an deinem Platz, der geschätzten Wassertemperatur und dem Wetter. Die Tageskurve ändert sich mit der Fischart und damit, wie warm das Wasser ist.
Sieh dir die besten Stunden für deinen Fisch an deinem Gewässer an.
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