Angeltipps

Angeln im Winter: Was beißt wo und was ist erlaubt?

1. Oktober 20267 Min. Lesezeit
Angler mit Spinnrute am bereiften Flussufer bei Sonnenaufgang, über dem offenen Wasser steigt Nebel auf

Im Winter schalten die Fische auf Sparflamme. Hecht, Barsch, Rotauge, Brasse und Forelle fressen im offenen Wasser weiter, die meisten langsamer, und sie sammeln sich an wenigen Stellen. Angeln im Winter ist deshalb eine Frage von Ort, Zeit und Regeln, denn in Berlin beginnen Schonzeiten schon im Januar, in mehreren anderen Ländern im Februar. Hier liest du, was Studien zeigen und was du vor dem Losfahren prüfen solltest.

Ist dein Gewässer zugefroren? Unter dem Eis verhalten sich Fische anders.

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Welche Fische beißen im Winter noch?

Die meisten Fische fressen auch im Winter, nur meist langsamer. Bachforellen und Bachsaiblinge in einem kanadischen Bach fraßen den ganzen Winter über (Cunjak und Power, 1987). In einem Stausee blieben markierte Brassen den ganzen Winter aktiv und fraßen vermutlich weiter (Jurajda und Kollegen, 2018). Barsche in einem dänischen See fraßen bis Januar vor allem Fisch und ab Februar vor allem Wirbellose (Jacobsen und Kollegen, 2002).

Die Verdauung bremst. Im Laborversuch verdauten Quappen ihre Mahlzeit umso langsamer, je kälter das Wasser war, und in kaltem Wasser vermutlich langsamer als andere Süßwasserfische (Pääkkönen und Marjomäki, 1997). Ein Hecht braucht im Winter etwa zwölf Tage, um eine Mahlzeit zu verdauen (Diana, 1979). Auch der Barsch verliert an Tempo. Im Aquarium schwamm er bei 4 und 8 °C langsamer und fing seltener Beute als das Rotauge (Linløkken und Kollegen, 2010). Es beißt also seltener, aber es beißt.

Angler in Winterjacke führt am verschneiten Seeufer einen Köder mit der Spinnrute, das Wasser ist offen und dunkel

Wo stehen die Fische im Winter?

Im Winter sammeln sich die Fische in tiefem, ruhigem Wasser, wo es Nahrung gibt. In einem Stausee überwinterten Brassen in einer mittleren Schicht in 3 bis 5 m Tiefe. Dort war das Wasser etwas wärmer und enthielt noch genug Sauerstoff. Das kalte Flachwasser und den tiefsten Teil an der Staumauer mieden sie (Jurajda und Kollegen, 2018). In Mecklenburg-Vorpommern nennt das Landesamt die Häfen an der Küste Winterlager für Barsch, Zander und vor allem Hecht, von Mitte Oktober bis Anfang April. In einigen dieser Häfen gelten im Winter Sonderregeln, etwa Angeln nur von 10 bis 18 Uhr. In einem englischen Kreidefluss folgten Hechte dem Winterhochwasser auf überflutete Wiesen und Gräben, meist nicht weiter als 10 m vom Ufer (Masters und Kollegen, 2002). Viele Rotaugen aus flachen Seen ziehen im Winter in die Zu- und Abflüsse, oft Jahr für Jahr in denselben Bach (Brodersen und Kollegen, 2012).

  • Tiefe, ruhige Flussabschnitte: Außenkurven, Altarme und Hafenbecken.
  • In Seen und Stauseen die mittleren Tiefen neben tiefem Wasser. Die tiefste Stelle ist nicht immer die wärmste.
  • Für den Hecht nach starkem Regen: die Ränder überfluteter Wiesen und Gräben.
  • Kanäle und Häfen abseits der Strömung.
  • Für das Rotauge: Bäche und Zuflüsse, die mit einem See verbunden sind.
Angler in Gummistiefeln fischt mit der Spinnrute am Rand eines Flusses, der im Winter eine Wiese überflutet

Beißen Fische im Winter mittags am besten?

Wir haben keine Studie gefunden, die zeigt, dass Fische in den wärmsten Stunden eines Wintertags am besten beißen. Die Wassertemperatur schwankt im Winter über den Tag am wenigsten (Woolway und Kollegen, 2016), bis zum Nachmittag wird das Wasser also kaum wärmer. Wichtiger ist das Licht. Hechte sind tagsüber aktiv. Im Winter flachen ihre Spitzen am Morgen und Abend ab, und die Aktivität verteilt sich gleichmäßiger über den Tag (Kobler und Kollegen, 2008). Auch Barsche jagen tagsüber, von Oktober bis April mit Spitzen morgens, abends oder um die Mittagszeit (Jacobsen und Kollegen, 2002). Für den Zander haben wir keine klaren Winterdaten zur Tageszeit gefunden. Außerhalb des Winters sprechen die Daten für die Dämmerung.

Morgens, abends oder mittags? So verschiebt sich der Tag jeder Fischart vom Sommer zum Winter.

Wann beißen Fische am besten? →

Beißen Fische bei mildem oder stabilem Wetter besser?

Das liest man oft, eine Studie dazu haben wir nicht gefunden. In einem dänischen Fluss könnte ein leichter Temperaturanstieg im Frühwinter Hechte in Bewegung gebracht haben, die Autoren nennen das aber nur als Möglichkeit (Koed und Kollegen, 2006). An einem Brandenburger See zeigten die Hechtfänge im Sommer keinen Zusammenhang mit dem Luftdruck (Kuparinen und Kollegen, 2010). Für Regeln zur Windrichtung haben wir ebenfalls keine Belege gefunden.

Angler sitzt auf einem Hocker am bereiften Kanalufer an einer alten Backsteinbrücke und angelt mit leichter Spinnrute

Welche Schonzeiten gelten im Winter?

Das regelt jedes Bundesland selbst, und einige Schonzeiten beginnen mitten im Winter. In Berlin sind Hecht und Zander ab dem 1. Januar geschont, und bis Ende April sind Raubfischköder verboten, also Köderfische und Kunstköder über 2 cm. In Brandenburg und Niedersachsen beginnt die Hechtschonzeit am 1. Februar, in Bayern, NRW und Baden-Württemberg am 15. Februar, in Bayern auch für den Zander. Die Quappe ist in Baden-Württemberg bis Ende Februar geschont. Geangelt werden darf dort nur von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang, mit Ausnahmen etwa für Aal und Wels.

Zeitleiste der Schonzeiten von Dezember bis Februar in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg

Regeln ändern sich und unterscheiden sich nach Land, Verein und Gewässer. Nimm die Grafik als Ausgangspunkt und lies die Vorgaben für dein Gewässer.

Wie hilft dir klewa im Winter?

klewa schätzt die Wassertemperatur an deinem Platz und bewertet die nächsten 24 Stunden für deinen Fisch. In kaltem Wasser liegt der Index bei den meisten Arten niedriger. Vergleich Wintertage also untereinander und nicht mit dem Sommer. Ein Tag, der im Januar heraussticht, ist der richtige.

Sieh dir an, wie es heute für deinen Fisch an deinem Gewässer aussieht.

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